Oktober 2026 – Armut: Ergebnis von Ausgrenzungen
Der Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes legte 2024 den Fokus auf Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Im selben Jahr suchten 43% der Ratsuchenden wegen rassistischer Diskriminierung und 24% wegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts Beratung. Am häufigsten trat Diskriminierung im Arbeitsleben auf (Jahresbericht Antidiskriminierungsstelle 2024). Besonders Geschlechterdiskriminierung beruht oft auf Vorurteilen und Sexismus und betrifft auch trans* und inter* Personen.
Obwohl das Grundgesetz die Gleichberechtigung von Frauen und Männern garantiert, zeigt sich in der Praxis ein anderes Bild: Frauen verdienen häufig weniger, erleben Sexismus und werden während oder nach der Schwangerschaft bei Beförderungen benachteiligt. Muslimische Frauen mit Kopftuch erfahren zudem mehrfache Diskriminierung.
Ein zentrales Thema ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Meist tragen Mütter den größten Teil der Care-Arbeit neben ihrer Berufstätigkeit. Viele Arbeitsplätze berücksichtigen diese Mehrbelastung kaum. Viele Ratsuchende berichten von nicht gezahltem Lohn, Mobbing oder ungerechter Kündigung. Frauen wenden sich häufig an Mira, wenn sie wegen Schwangerschaft oder Elternzeit Benachteiligung erfahren.
Josephine Jackson, Internationale Soziale Arbeit M.A., Projektmitarbeiterin bei mira, Adis e.V.
Über mira:
Die Beratungsstelle Mira bietet Kurse und professionelle Beratungen zu arbeitsrechtlichen Themen an, vor allem für Migrant:innen und Geflüchtete aus Drittstaaten. Mira unterstützt Frauen aus Drittstaaten dabei, ihre Ansprüche gegenüber Arbeitgebenden geltend zu machen und informiert sie über ihre Rechte im Arbeitsleben. Die Beratung stärkt das Selbstbewusstsein und macht Diskriminierung sichtbar. Besonders für Frauen, Migrantinnen sowie trans* und inter* Personen ist diese Unterstützung entscheidend, da sie oft mehrfach benachteiligt werden.
adis e.V. – Antidiskriminierung · Empowerment · Praxisentwicklung
https://mira-beratung.de/
www.adis-ev.de
Quelle:
Antidiskriminierungsstelle des Bundes. 2025. Jahresbericht Antidiskriminierungsstelle 2024.

