April 2026 – Frauengesundheit stärken
Frauengesundheit – Migration – Reproduktive & sexuelle Rechte: Gap schließen
Liebe Leser:innen,
unsere lange Arbeitserfahrung in diesem Bereich zeigt uns, dass es große Unterschiede im Umgang mit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in verschiedenen Herkunftskulturen gibt. Eingewanderte Frauen haben aufgrund von Sprachbarrieren, Diskriminierungs-erlebnissen und/oder Unkenntnis des Versorgungssystems häufig einen eingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem. Dieses Phänomen wird als „Healthy Migrant Effect“ (Aldridge et al. 2018) bezeichnet: Zugewanderte Menschen haben anfangs tendenziell einen besseren Gesundheitszustand als der Durchschnitt in Deutschland, doch dieser verschlechtert sich, je länger man in Land ist. Diese Tendenz zeigt sich auch bei den folgenden Generationen (Sachverständigenrat für Integration und Migration 2022, 98).
Mit unserer Arbeit versuchen wir, diese Versorgungslücke zu verkleinern, Missverständnisse und Unsicherheiten beiderseits zu minimieren und über Abläufe im deutschen Gesundheitssystem aufzuklären.
Das Internationale Frauen- und Familienzentrum Heidelberg e.V. (IFZ) setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1991 für eine bessere psychosoziale und sozialmedizinische Versorgung von Migrantinnen und schutzsuchenden Frauen ein.
Ixil Izquierdo Noreña, Dipl. Sozialpädagogin, M.A. Sozial- und Kulturanthropologin, Geschäftsführerin des IFZ
Internationales Frauen- und Familienzentrum Heidelberg e.V.,
Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftskonfliktberatung, Ehe-, Familien- und Lebensberatung
Quelle:
- Aldridge et al. 2018. Global patterns of mortality in international migrants: a systematic review and meta-analysis:
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)32781-8/fulltext - Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR). 2022. SVR-Jahresbericht 2022:
https://www.svrmigration.de/publikationen/jahresbericht/2022/

